Stratosphärenflug am FSG Rüthen

Im Rahmen der Projekttage zum 100‑jährigen Jubiläum des Friedrich‑Spee‑Gymnasiums Rüthen wagte eine engagierte Schülergruppe unter der Leitung von Jan Emmerich und Barbara Küh­le einen außergewöhnlichen Schritt: den Start eines wissenschaftlich ausgerüsteten Wetterballons an den Rand der Stratosphäre. Die Karl‑Kolle‑Stiftung unterstützte dieses besondere Vorhaben und das Ergebnis war ein ebenso spannendes wie lehrreiches Abenteuer, denn am 24. Juni startete der Ballon in Rüthen.

Die Projektgruppe hatte zuvor intensiv an der technischen Vorbereitung gearbeitet: Kameras, Datenlogger, chemische Lösungen zur Ozonmessung, ein 3D‑Modell der Schule sowie ein Lego‑Astronaut mit Jubiläumslogo wurden sicher in einer Styroporsonde verstaut. Selbst ein Schokokuss durfte als anschauliches Experiment mitreisen, um die Wirkung des sinkenden Luftdrucks zu demonstrieren. Die berechnete Flugroute führte zunächst Richtung Willingen, doch der Ballon überraschte alle Beteiligten: Er driftete weiter nach Süden, änderte erst bei Winterberg die Richtung und flog anschließend über viele Kilometer westwärts bis in den Raum Düsseldorf. Der Kontakt zur Sonde brach – wie geplant – in großer Höhe ab. Als jedoch über Stunden kein neues Signal eintraf, musste die Schülergruppe ihre Bergungsfahrt enttäuscht abbrechen. Erst gegen 15:45 Uhr meldete sich die Sonde plötzlich aus der Nähe von Düsseldorf zurück. Die Landung erfolgte schließlich nach über fünf Stunden Flugzeit in Mettmann.

Die Bergung war allerdings spannender als ursprünglich geplant. Die Sonde war in einer Hochspannungsleitung hängen geblieben – in rund 18 Metern Höhe über einer Fahrbahn. Polizei, Netzbetreiber und Feuerwehr mussten gemeinsam eingreifen: Die Leitung wurde abgeschaltet und geerdet, bevor die Sonde gegen 23 Uhr mithilfe eines Drehleiterwagens sicher geborgen werden konnte. Auch wenn das 3D‑Modell und der Lego‑Astronaut beschädigt wurden, konnten die Lehrkräfte die wertvollen Messdaten und Bilder retten.

Bereits erste Auswertungen zeigen:

  1. Die Kaliumiodidlösung verfärbte sich wie erwartet braun – ein deutlicher Nachweis für die Reaktion mit Ozon und damit ein erfolgreicher experimenteller Nachweis der Ozonschicht.
  2. Der Schokokuss blähte sich mit zunehmender Höhe sichtbar auf und demonstrierte eindrucksvoll den abnehmenden Luftdruck.
  3. Die Kameras dokumentierten große Teile des Fluges, auch wenn die Speicherkapazität für die Landung nicht ausreichte.

Ein Projektvideo, das den gesamten Ablauf dokumentiert, ist bereits in Planung.

Weitere Nachrichten

Soziales Engagement

Seepferdchei ahoi!

Hidden Link

Spende von 2005 zeigt weiterhin Wirkung

Hidden Link

Wissenschaft & Forschung

Vergabe Deutschlandstipendien 2026 – TU Dortmund

Hidden Link

Bildung & Erziehung

"MINT Empowerment for Girls" wieder gestartet

Hidden Link

Bildung & Erziehung

Startschuss: Die Robotik-AGs am Anton leiten ihr…

Hidden Link