Die Projektgruppe hatte zuvor intensiv an der technischen Vorbereitung gearbeitet: Kameras, Datenlogger, chemische Lösungen zur Ozonmessung, ein 3D‑Modell der Schule sowie ein Lego‑Astronaut mit Jubiläumslogo wurden sicher in einer Styroporsonde verstaut. Selbst ein Schokokuss durfte als anschauliches Experiment mitreisen, um die Wirkung des sinkenden Luftdrucks zu demonstrieren. Die berechnete Flugroute führte zunächst Richtung Willingen, doch der Ballon überraschte alle Beteiligten: Er driftete weiter nach Süden, änderte erst bei Winterberg die Richtung und flog anschließend über viele Kilometer westwärts bis in den Raum Düsseldorf. Der Kontakt zur Sonde brach – wie geplant – in großer Höhe ab. Als jedoch über Stunden kein neues Signal eintraf, musste die Schülergruppe ihre Bergungsfahrt enttäuscht abbrechen. Erst gegen 15:45 Uhr meldete sich die Sonde plötzlich aus der Nähe von Düsseldorf zurück. Die Landung erfolgte schließlich nach über fünf Stunden Flugzeit in Mettmann.
Die Bergung war allerdings spannender als ursprünglich geplant. Die Sonde war in einer Hochspannungsleitung hängen geblieben – in rund 18 Metern Höhe über einer Fahrbahn. Polizei, Netzbetreiber und Feuerwehr mussten gemeinsam eingreifen: Die Leitung wurde abgeschaltet und geerdet, bevor die Sonde gegen 23 Uhr mithilfe eines Drehleiterwagens sicher geborgen werden konnte. Auch wenn das 3D‑Modell und der Lego‑Astronaut beschädigt wurden, konnten die Lehrkräfte die wertvollen Messdaten und Bilder retten.
Bereits erste Auswertungen zeigen:
- Die Kaliumiodidlösung verfärbte sich wie erwartet braun – ein deutlicher Nachweis für die Reaktion mit Ozon und damit ein erfolgreicher experimenteller Nachweis der Ozonschicht.
- Der Schokokuss blähte sich mit zunehmender Höhe sichtbar auf und demonstrierte eindrucksvoll den abnehmenden Luftdruck.
- Die Kameras dokumentierten große Teile des Fluges, auch wenn die Speicherkapazität für die Landung nicht ausreichte.
Ein Projektvideo, das den gesamten Ablauf dokumentiert, ist bereits in Planung.